STADTFORUM: LEITZIELE UND STRATEGIEN

Der Stadtdialog BAD HOMBURG 2030 geht in seine Endphase. Mit dem vierten und vorletzten Stadtforum wurden die Leitziele für das Stadtentwicklungskonzept vorgestellt. Diese Leitziele bilden die Grundlage für das Regiebuch zur Entwicklung Bad Homburgs in den folgenden Jahren.

„Wir haben Sie eingeladen, weil uns Ihre Meinungen wichtig sind.“
Oberbürgermeister Alexander W. Hetjes betonte, dass es mit dem Stadtentwicklungskonzept darum geht, zusammen eine möglichst konkrete Vorstellung von der Zukunft Bad Homburgs zu formulieren. Das „Bewahren und Entwickeln“ spielt dabei weiterhin eine bedeutende Rolle. „Bad Homburg ist eine besondere Stadt mit Tradition. Es gibt Vieles, was erhaltenswert ist. Bad Homburg ist beliebt.“ Um herauszufinden, welcher der beste Weg dorthin ist, wurden im vergangenen Forum Schwerpunkte vorgestellt, so Hetjes weiter. Im aktuellen und vorletzten Stadtforum geht es darum, zentrale Leitziele zu bestimmen, die als Leitplanken den Raum festlegen, in dem dann Projekte und Maßnahmen stattfinden sollen. „Das integrierte Stadtentwicklungskonzept setzt als Regiebuch Leitziele fest und beschreibt, wie die Anwendung dieser Leitziele – auch was den weiteren Dialog mit Ihnen angeht – aussehen soll. Politik und Verwaltung haben dann dafür Sorge zu tragen, dass sich spätere Projekte und Maßnahmen nach diesem Regiebuch mit seinen Leitzielen richten.“, so der Oberbürgermeister.

„Das Regiebuch ist eine Rahmensetzung für künftige Projekte“
Holger Heinze, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung der Stadt Bad Homburg, erläuterte, dass Stadtentwicklung den Bogen von vielen einzelnen Ansichten und fachlichen Einschätzungen hin zu einem Gesamtblick auf das, was ein ‚gutes Leben’ in der Stadt ausmacht, spannt. „Stadtentwicklung versucht eine passende Vorstellung für die Zukunft zu entwickeln, damit heute die richtigen Weichen für morgen gestellt werden können – für die ganze Stadtbevölkerung“, so Heinze. Dabei braucht Stadtentwicklung natürlich Erfahrungswerte, orientiert sich aber auch an aktuellen Herausforderungen und Trends - wie beispielsweise Digitalisierung, den Klimaschutz, Wohnraumbedarf und Demografie.
„Die Perspektiven der Menschen kennen zu lernen und zu verstehen – und diese Interessen zusammen zu bringen – das sehen wir als eine zentrale Aufgabe des integrierten Stadtentwicklungsprozesses. Auch deswegen sind Leitziele und Perspektiven heute unser Thema,“ so Heinze weiter. Für die Stadtplanung ist der Prozess hin zu einem Regiebuch der Stadtentwicklung dann gelungen, wenn er eine möglichst breit akzeptierte Vorstellung gibt, welche Leitziele als Anhaltspunkte für künftige Projekte dienen sollen. „Insgesamt haben wir zehn Leitziele herausgearbeitet - einerseits aus allen fachlichen Betrachtungen heraus – andererseits aus den Beteiligungsergebnissen. Das Regiebuch BAD HOMBURG 2030 soll eine Rahmensetzung sein, an der sich künftige Projekte ausrichten.“

Leitidee - Erhalten und Entwickeln
Svenja Knuffke und Stefan Kornmann von AS+P stellten in einem Vortrag die zehn Leitziele für das Regiebuch BAD HOMBURG 2030 vor. Bad Homburg liegt im Spannungsfeld zwischen pulsierender Metropolregion und idyllischer Taunuslage, zwischen Tradition und Moderne und zwischen Dynamik und Beständigkeit. „Diese Qualitäten stehen dabei aber nicht im Widerspruch zueinander, sondern sind in ihrer Vielfältigkeit zugleich Chance und Voraussetzung für eine zukunftsfähige Stadt“, so Knuffke.


Die Leitidee zum Stadtentwicklungskonzept Bad Homburg 2030 greift das Bild einer Stadt auf, die „vielfältige Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten auf einem stabilen, facettenreichen Grundsystem bietet“, erläutert Kornmann. „Erhalten“ zielt dabei auf die Stabilisierung der hochwertigen Grünstrukturen, der Lebensqualität, der guten Anbindung und der wirtschaftlichen Prosperität ab. „Entwickeln“ umfasst die Bereitstellung von erschwinglichen Wohnraumangeboten, eine Stärkung der nachhaltigen Mobilität, eine stärkere Vernetzung und die Anpassung der sozialen Infrastrukturen an den demografischen Wandel. Mit Fokus auf die Innenentwicklung und ein moderates Wachstum, soll Bad Homburg auch 2030 eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt sein.

Das Stadtentwicklungskonzept als Regiebuch für 2030>
Die Leitziele sind die Quintessenz des bisherigen Dialogs zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, den Fachakteuren und der Politik. Sie bilden das Herzstück des Stadtentwicklungskonzeptes. Die Leitziele zeigen auf, wie sich Bad Homburg künftig entfalten soll und wo besonderer Entwicklungs- oder Erhaltungsbedarf besteht. Die Strategien benennen grundlegende Handlungserfordernisse, die sich aus den einzelnen Leitzielen für Bad Homburg ergeben. Als „Regiebuch“ für 2030 und darüber hinaus, zeigt das Stadtentwicklungskonzept den vereinbarten Rahmen auf, an dem sich die künftigen Entwicklungen und Projekte orientieren. Konkrete Projekte werden also erst im Nachgang zum aktuellen Planungsprozess abgeleitet oder weiter ausgearbeitet.

Der Vor-Ort Dialog: Die Idee und die Zielgruppen
Im Mai und Juni stand der Stadtdialog nochmals unter dem Motto „Zielgruppenbeteiligung“. Kristina Oldenburg, KOKONSULT, erläutert, dass die Einbeziehung vielfältiger Blickwinkel in den Beteiligungsprozess für den Stadtdialog besonderes wichtig ist. Dabei stand das „Zugehen auf Personengruppen, die in den bisherigen Formaten des Stadtdialogs weniger präsent waren und sich nur bedingt geäußert haben im Vordergrund“, so Oldenburg. Die wesentlichen Zielgruppen waren dabei Kinder und Jugendliche, junge Erwachsene und Familien, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderung und Menschen mit Migrationshintergrund.

Der Jugenddialog!
Maya Döhne und Paul Wolff vom Jugendbeirat Bad Homburg berichteten von den Vor-Ort-Dialogen - an vier Nachmittagen war das Dialogmobil in der Stadt unterwegs und sammelte Stimmen von der „jüngeren“ Generation. Wichtig seien der Jugend vor allen Dingen mehr Freizeitangebote (bspw. Kino, Disco, Sport etc.), aber auch eine bessere Infrastruktur (v.a. Radwege und ÖPNV-Anbindung). Der Jugendbeirat betont aber auch, dass es an Orten fehlt, an denen die Jugendlichen sich ungestört aufhalten können. Als mögliche Orte werden beispielweise eine Skatebahn oder auch ein Parcours-Platz genannt.


Neben dem Jugenddialog wurden im Mai zehn Interviews mit Menschen Bad Homburgs unterschiedlicher Zielgruppen geführt. Daraus entstanden Portraits – bestehend aus Foto und Kurzinterview. Die Geschichten der verschiedenen Menschen zeigen die Vielfalt in der Stadt. Von Seniorinnen und Senioren, über AZUBIS, hin zu Menschen mit Behinderung oder mit Migrationshintergrund. Alle Portraits waren auch im Foyer auf großformatigen Bannern zu sehen.

Die junge Perspektive. Das Studienprojekt der accadis Hochschule Bad Homburg
Die accadis Hochschule Bad Homburg führte in den vergangenen Monaten begleitend zum Stadtentwicklungsprozess BAD HOMBURG 2030 ein Studienprojekt durch. Unter dem Titel „Die Junge Perspektive“ stellten Prof. Dr. Andrea Hüttmann, Ann-Kristin Berk und Denise Reffelmann die zentralen Ergebnisse vor. Laut den Studierenden geht es in Bad Homburg vor allen Dingen darum, gezielt attraktive Angebote (bspw. Erlebnisgastronomie oder Gemeinschaftsprojekte wie Urban Gardening-Projekte) zu initiieren. Dabei spielt auch die Kommunikation nach außen, etwa mit einer Stadt-App oder einer passgenauen Website, eine wichtige Rolle.


Neben den Inputs und Vorträgen standen im Stadtforum wie immer auch Beteiligungs- und Diskussionsangebote im Foyer des Kurhauses zur Verfügung. Nicht nur die herausgearbeiteten Leitziele, sondern auch die Ergebnisse der Vor-Ort-Dialoge luden in der Eingangshalle zum Informieren ein. Zusätzlich konnte über Beteiligungsangebote der Stadt Bad Homburg in einem dazu eingerichteten Bereich im Foyer mitdiskutiert werden. Die Bürgerinnen und Bürger konnten dort notieren und diskutieren, wie Sie zukünftig – bspw. bei Neubauprojekten oder auch Infrastrukturmaßnahmen wie Radwegen – beteiligt werden wollen.

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